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9. Herbsttagung: Armut und Migration, 6.-8. November 2015

Die diesjährige Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht, die vom 6.-8.11.2015 in Stuttgart-Hohenheim stattfindet, widmet sich dem Thema “Armut und Migration”.

Armut und Migration sind in der öffentlichen Wahrnehmung auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Insbesondere im politischen Diskurs wird häufig Armut als einer der Hauptgründe für Migration interpretiert und daran anknüpfend die Bekämpfung von Armut oder die Verhinderung von Armutsmigration als ein wesentlicher Lösungsweg für ein konstatiertes „Migrationsproblem“ ausgemacht.
In der Debatte weitgehend unbeachtet bleibt einerseits, dass Armut vielfach erst in Folge von Migration entsteht und andererseits, dass gerade extrem arme Menschen in der Regel gar keine Möglichkeit haben zu migrieren. In manchen Staaten der EU leben sowohl freizügigkeitsberechtigte Personen aber auch Flüchtlinge in Obdachlosigkeit, haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und führen ein Leben am äußersten Rand des Existenzminimums. Die Binnen- migration im Schengenraum ist für diese Personen mit weiteren Armutsrisiken verbunden.

Die diesjährige Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht beschäftigt sich mit den Ursachen von Migration, der sozialen Situation von Migrantinnen und Migranten sowie den aktuellen politischen Diskussionen, beispielsweise die Migration vom Westbalkan. Thematisiert wird u. a., ob es ein Menschenrecht oder einen europarechtlichen Anspruch auf (zumindest) die Sicherung des Existenzminimums gibt und was dessen Folgen wären. Die rechtlichen und praktischen Hindernisse, aber auch die Rechte von Migrierenden, die wenig eigene Mittel haben, bilden einen weiteren Schwerpunkt der Tagung. Zudem werden bei der Tagung unter anderem vor dem Hintergrund des derzeit ebenfalls laufenden Diskurses über die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland und der Diskussion um „Armutsmigration“ (nicht nur) aus EU-Staaten die Funktion und die notwendigen Weiterentwicklungen des Migrationsrechts thematisiert.

Die Tagung richtet sich an Studierende, an wissenschaftlich tätige Personen sowie an Praktiker_innen aus der Richter und Anwaltschaft, Beratungseinrichtungen und Verbänden, die Fragen des Migrationsrechts und der Migrationspolitik vertiefen wollen und Interesse an aktuellen Diskussionen zu diesen Themen haben.

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