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7. Herbsttagung: Familienmigration – Einwanderungsroute, Menschenrecht, transnationale Praxis

Vom 8.-10. November 2013 findet an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim die siebte Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht statt. Thema der diesjährigen Tagung ist die Familienmigration: Einwanderung, Menschenrecht, transnationale Praxis.

Migrationsentscheidungen werden häufig aus einem familiären Kontext heraus getroffen und können zu einer Trennung von Angehörigen führen. Zugleich ist die Familienzusammenführung für Drittstaatsangehörige die wichtigste Möglichkeit zur legalen Einwanderung nach Europa. Vor diesem Hintergrund bildet die Familienmigration ein konfliktreiches Themenfeld, auf dem unterschiedliche einwanderungs-, sozial- und familienpolitische Vorstellungen aufeinandertreffen. Diesen Konflikten und ihrer rechtlichen Regulierung wird die diesjährige Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht nachgehen.

Zum ersten steht der Familiennachzug unter Verdacht, als Einwanderungsroute für geringqualifizierte und/oder schwierig zu integrierende Migrantinnen und Migranten zu dienen. So erklären sich zahlreiche Eingriffe in das Familienleben, etwa Sprachtests für Nachzugswillige oder die Unterstellung einer „Scheinehe“. Für Migrantinnen und Migranten aus privilegierten Herkunftsländern oder mit besonderen Qualifikationen gelten solche Restriktionen nicht, selbst wenn dies zur Diskriminierung von Inländern führt. Zugleich aber ist der Anspruch von Migrantinnen und Migranten, mit den eigenen Familienangehörigen zusammenzuleben und nicht ohne gewichtigen Grund ungleich behandelt zu werden, grund- und menschenrechtlich geschützt. Hier liegt verfassungs- und völkerrechtliches Konfliktpotential, dem sich die Tagung widmen wird. Dabei soll eine Bestandsaufnahme der menschenrechtlichen Überformung und der Europäisierung des Familiennachzugsrechts erfolgen.

Einen zweiten Themenschwerpunkt bildet das Spannungsverhältnis zwischen einem nationalstaatlich verfassten, an der konventionellen Kleinfamilie orientierten Migrationsrecht einerseits, den transnationalen und in vielfältigen Konstellationen gelebten Praktiken von Migrantenfamilien anderseits. Familien, deren Mitglieder in mehr als einem Land leben, und Familien, die nicht (nur) aus der klassischen Kernfamilie, also aus Vater und Mutter als Ehegatten und leiblichen Kindern bestehen, werden vom geltenden Migrationsrecht nicht adäquat repräsentiert. Gleichzeitig gilt es im Blick zu behalten, dass die Migration von Flüchtlingen oftmals mit einer Trennung von Familienangehörigen einhergeht und besondere Schutzbedürfnisse mit sich bringt. Deshalb wird ein Augenmerk auf der spezifischen Situation von Familien(mitgliedern) auf der Flucht oder mit unsicherem Aufenthaltsstatus liegen.

Die Tagung des Netzwerks Migrationsrecht richtet sich vor allem an Studierende, an wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Praktikerinnen und Praktiker aus der Richter- und Anwaltschaft, Beratungseinrichtungen und Verbänden, die rechtswissenschaftliche Fragen vertiefen wollen und Interesse an rechtspolitischen Diskussionen haben.

Weitere Informationen zur Tagung und das Programm finden Sie auf dieser Seite.

Tagungsprogramm zum Download

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