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Herbsttagung 2010 - Ist Deutschland noch ein Einwanderungsland?

„Ist Deutschland noch ein Einwanderungsland?“

Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht

12.–14. November 2010, Stuttgart-Hohenheim,

in Zusammenarbeit mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Das Leitmotiv der diesjährigen Herbsttagung des Netzwerks ist folgender (migrationspolitischer) Widerspruch: Einerseits besteht inzwischen ein breiter politischer Konsens darüber, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und sich den hiermit verbundenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen stellen muss. Andererseits wurden die wichtigsten “alten” Einwanderungsmöglichkeiten in den letzten Jahren massiv beschränkt, u.a. durch das Dublin-System für Flüchtlinge, die Neuregelung der Aufnahme jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die Einführung von Spracherfordernissen für Spätaussiedler und für nachziehende Familienangehörige. Ob das im Jahr 2009 verabschiedete Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz oder die Blue-Card-Richtlinie zu einer (quantitativ) bedeutsamen Öffnung für neue Arbeitsmigranten führen werden, ist bislang noch offen. Jedenfalls wird auch bei der Diskussion über die zukünftige Gestaltung von Erwerbsmigration häufig allein über befristete Aufenthalte gesprochen statt über die Eröffnung von Chancen für eine dauerhafte Einwanderung. Daher fragen wir uns: Ist Deutschland eine Einwanderungsgesellschaft, die sich gegen neue Zuwanderer abschottet? Ist Deutschland dann überhaupt noch ein Einwanderungsland?

Vor diesem Hintergrund soll die Tagung eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur Entwicklung der Migrationspolitik in Deutschland bieten und ein Forum für die Diskussion aktueller migrationsrechtlicher und -politischer Fragen in Deutschland und auf der Ebene der EU schaffen. Darüber hinaus wollen wir der Frage nachgehen, welche rechtlichen Möglichkeiten und politischen Perspektiven für ein liberales Einwanderungsregime bestehen, das sich von begrenzten Aufenthaltszwecken löst und sich als Migrationsrecht einer
Einwanderungsgesellschaft versteht, die für neue Zuwanderer offen ist und ihnen legale Einwanderungsmöglichkeiten schafft. Bei der Diskussion der entsprechenden Fragen werden wir nicht allein die Situation in Deutschland, sondern auch die relevanten Entwicklungen auf europäischer und internationaler Ebene in den Blick nehmen.

Das Tagungsprogramm und einzelne Beiträge zum Download finden Sie auf einer eigenen Unterseite (siehe Navigation links).

Tagungsberich von Johannes Eichenhofer, Carsten Hörich und Maximilian Pichl: ZAR 2011, 183.